Menschen - Macher - Märkte (Oktober 2009)
Hochpräzise Aluminiumprofile kommen aus unserer Region
Das Mindener Strangpresswerk weseralu setzt vor allem auf Technologiepartnerschaften mit Kunden
Minden. Hand aufs Herz – wer weiß schon, dass das Mindener Traditionsunternehmen weseralu GmbH & Co. KG ein gefragter Technologiepartner in den wichtigsten Industriemärkten ist? Wenn wir etwa in unseren Automobilen der Mittel- oder Oberklasse das Steuer bewegen, könnte es gut sein, dass stranggepresste Präzisionskeilwellen von weseralu die Lenkbefehle an die Vorderräder weitergeben. Moderne Lenksystemkomponenten aus Aluminium-Speziallegierungen sind aber nur die Spitze des Eisberges.
Aluminiumprofile aus Minden sind gefragt
Es gibt kaum eine Industriebranche, die nicht auf den modernen Leichtbauwerkstoff setzt. Man denke etwa an Kühlkörper für die Elektronikindustrie, Unterkonstruktionen für Klinikbetten, Bauprofile, die bereits erwähnten Komponenten für die Automobilindustrie und vor allem das weite Feld des Maschinenbaus. Die letztgenannte Branche teilt sich nochmals in viele Spezialgebiete auf. Etwa in die Montage- und Automationstechnik, die in unserer Region ebenfalls namhaft vertreten ist und zur Stammkundschaft von weseralu zählt. Am Anfang eines neuen Profils steht immer die Frage nach der Machbarkeit. Kann diese und jene komplizierte Geometrie in den geforderten Toleranzen überhaupt gepresst werden? „Die Konstruktionsdaten des Kunden müssen von uns genauestens geprüft und bewertet werden“, erläutert Geschäftsführer Bardo Ostermeyer. „Die Wechselbeziehungen von Wandstärken, Toleranzen sowie den Möglichkeiten von Werkzeugbau und Presstechnologie sind sehr komplex“, so Ostermeyer weiter. Ziel ist immer, die technischen Anforderungen mit den Produktions- und Materialkosten auszubalancieren. Hier liegen die Stärken von weseralu.
Individualität und Wendigkeit statt Größe
Auf den Tummelplätzen der geschäftlichen Weltmeere ist weseralu eher das High Speed Boot unter den Ozeantankern. „Wir sind interessiert an individuellen Aufgabenstellungen und bringen Kompetenz, Erfahrung und vor allem Wendigkeit mit“, begründet Ostermeyer den Erfolg des vergleichsweise kleinen Presswerkes.
Die unternehmerische Wachsamkeit gilt auch für Investitionen in die eigene Leistungsfähigkeit. Bevor ein Profil gepresst wird, muss das Aluminium-Vormaterial – der sogenannte Bolzen – exakt und durchgängig auf 460° Celsius vorgeheizt werden. Hierzu wurde letztes Jahr die weltweit erste Anlage zur Bolzenerwärmung auf Basis der Hochtemperatur-Supraleiter-Technologie bei weseralu in Betrieb genommen.
Führungsprofil wechselt zum Jahresende
Das 1955 als Zweigwerk der Wiesner Stahlbau gegründete Unternehmen spezialisierte sich bereits 1962 auf das Strangpressen von Aluminium. Die Leistungsfähigkeit der ersten Hydraulikpresse mit einer Druckkraft von 600 Tonnen reichte bereits drei Jahre später schon nicht mehr aus. In den Folgejahren wuchs die Kapazität stetig von 600 Tonnen über 1.600 Tonnen bis auf aktuell 2.500 Tonnen Presskraft und einer Stammbelegschaft von 70 Mitarbeitern. Maßgeblich wurde die unternehmerische Entwicklung von Geschäftsführer Heinz Hagemann mitgeprägt. Seit Januar 2008 teilt er sich die Aufgaben und die Verantwortung mit Bardo Ostermeyer. Hagemann wird zum Jahresende den Generationswechsel einläuten und die alleinige Unternehmensführung an Ostermeyer abgeben. Bardo Ostermeyer ist diplomierter Maschinenbauingenieur und Spezialist für Werkstoffkunde und Presstechnologie. „Die Anforderungen an moderne Aluminiumprofile nehmen ständig zu. Davon wollen wir profitieren“, freut sich Ostermeyer auf die zukünftigen Aufgaben.